Zeitgenossen – Gemmas Verwandlung Band I

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Prolog

Eigentlich war ich nicht zeitgemäß, ein wandelnder Anachronismus sozusagen. Doch da ich inzwischen über 400 Jahre alt war, hatte ich schon viele Zeiten erlebt, in die ich im eigentlichen Sinne nicht passte. Dabei sah ich für mein hohes Alter noch recht frisch aus, wie eine attraktive 25jährige. Das mag daran liegen, dass ich gerade mal Mitte 20 war, als ich erschaffen wurde.
Über das, was ich war (oder besser: was wir waren, denn inzwischen gab es etliche von uns), wurden irgendwann Bücher herausgebracht, später sogar Filme und Fernsehserien. Die frühen Werke schilderten uns als triebhafte und blutrünstige Bestien, die späteren Werke waren differenzierter, beschrieben uns als fühlende Wesen und räumten mit Mythen wie der Lichtempfindlichkeit und dem Schlafen in Särgen auf.
Ein Funken Wahrheit war in allen diesen Texten zu finden. Ein paar von uns waren blutrünstige Bestien, viele aber auch fühlende und mitfühlende Wesen. Einige waren beides. Die Widersprüchlichkeit unserer menschlichen Natur blieb uns auch nach unserer Verwandlung erhalten.

Unfreiwillig

Erschaffen wurde ich im Jahre 1599 in meiner damaligen Heimatstadt London. Elisabeth I. regierte das Land und Shakespeare feierte mit seinen Stücken Erfolge am Globe Theatre. Ich bekam von all dem aber damals noch nicht viel mit, da ich sehr zurückgezogen aufgewachsen war. Meine Mutter war eine Dienstmagd, die sich von dem Earl of Rutland schwängern ließ. Natürlich weigerte sich der Earl, mich offiziell als seine Tochter anzuerkennen, brachte mich aber bei einem kinderlosen älteren Ehepaar unter, das mir eine für die damalige Zeit umfassende Ausbildung zukommen ließ.
Mein Ziehvater hatte es als Apotheker zu bescheidenem Reichtum gebracht, da man seine Kräutermischungen und Heilpulver, die auch meine Ziehmutter mit großem Geschick herstellte, bei Hofe gerne orderte. Beide gaben mit Freude ihr naturkundliches Wissen an mich weiter, zumal ich mich als sehr wissbegieriges und lerneifriges Kind herausstellte. Meinen leiblichen Eltern bin ich indes nie begegnet. So wuchs ich ohne große Sorgen bei meinen Zieheltern auf und ging ihnen bei ihrem Tagesgeschäft zur Hand.
Eines Abends bat mich meine Ziehmutter, eine wichtige Lieferung Kalmus und Echten Schwarzkümmel vom Hafen abzuholen, die dort mit einem Schiff aus Portugiesisch-Indien angekommen war. Sie war nicht mehr sehr gut zu Fuß und mein Ziehvater war am Vormittag zu Hofe bestellt worden und noch nicht wieder zurückgekehrt.
Ich hatte den Apotheker schon oft zum Hafen begleitet und kannte den Weg daher im Schlaf. Mühelos bekam ich die bestellte Ware ausgehändigt. Es begann bereits zu dämmern und so machte ich mich schleunigst auf den Heimweg. Auch wenn ich den Hafen kannte, so war mir die Gegend dennoch nicht sonderlich geheuer, da sich gemeinhin allerlei Gesindel hier herumtrieb.
Prompt stellte sich mir ein zerlumpter Bettler in den Weg. »Na, meine Schöne!«, grölte er mir seine Whiskyfahne ins Gesicht und entblößte dabei sein immerhin noch aus drei Zähnen bestehendes Gebiss. Ich wich angewidert einen Schritt zurück. Plötzlich wurde der Bettler nach hinten gerissen und flog in hohem Bogen in den Dreck. Ich riss erstaunt die Augen auf und sah mich einem Edelmann gegenüber, dessen erlesene Kleidung und federgeschmücktes Barett auf einen hohen Stand schließen ließen. Hinter ihm standen fünf weitere nicht minder vornehm gekleidete Peers.
Der Edelmann beugte sich zu mir herunter und musterte mich anzüglich. Die Farbe seiner lodernden Augen ließ mich zurückschrecken. Vielleicht lag es ja an der untergehenden Sonne, aber sie waren irgendwie … rot.
»Tatsächlich eine unerwartete Schönheit an diesem unwirtlichen Ort«, murmelte er mit heiserer Stimme, während er mich weiterhin musterte.
Ich räusperte mich. »Ich bin Euch sehr dankbar für Eure Hilfe, Mylord, aber wenn Ihr mich nun vorbeilassen würdet …«
»Nicht doch!«, unterbrach er mich zischend und drängte mich gegen eine Wand. Auch seine fünf Begleiter waren plötzlich kaum mehr als zwei Zoll entfernt, dabei hatte ich gar nicht wahrgenommen, dass sie sich bewegt hatten.
Mir entglitt das Paket mit den wertvollen Kräutern und fiel in eine Dreckpfütze. Der rotäugige Peer griff mir in den Schritt. Ich schrie entrüstet auf und spuckte ihm ins Gesicht. Plötzlich verwandelte sich sein Gesicht in eine hasserfüllte Fratze. Er schlug mir ins Gesicht und der scharfe Schmerz wurde nur noch von dem Entsetzen überlagert, das mich ergriff, als er nach meinem Arm griff und seine Zähne hineinschlug. Ich verlor das Bewusstsein.

Schmerzen. Brennende Schmerzen. Mein ganzer Körper schien in Flammen zu stehen, obwohl er doch ganz offensichtlich in einer kühlen Schlammpfütze lag. Ein schemenhaftes Gesicht tauchte über mir auf. War es Gut oder Böse? Ich wusste es nicht. Es war mir auch egal. Solange nur jemand die Flammen löschte. Hände glitten über meinen Körper, schienen ihn nach Verletzungen abzutasten. Überall, wo sie mich berührten, wurde das Brennen heftiger. Ein unbändiger Schrei kroch meine Kehle hinauf. Ich wurde erneut ohnmächtig.

Ich schlug die Augen auf und sah einen dunkelblauen Baldachin, der mir gänzlich unbekannt war. Mir war heiß. Und meine Kehle brannte. Offenbar war ich krank gewesen und man hatte mich ins Bett gebracht. Aber in welches Bett? Ich lehnte mich hoch und sah mich um. Dies war definitiv nicht mein Zuhause. Meine Eltern hatten zwar auch teure Möbel, doch war ihr Haus längst nicht so raffiniert eingerichtet, wie dieses Zimmer.
»Und? Gefällt Euch, was Ihr seht?«, vernahm ich plötzlich eine wohlklingende Stimme mit belustigtem Unterton. Ich riss den Kopf herum und erblickte einen hochgewachsenen Peer, der mit lässig übereinandergeschlagenen Beinen in einem Lehnstuhl saß und mich mit amüsiertem Blick ansah. Er trug sein langes dunkles Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden und sein Gesicht hatte eine fast raubtierhafte Attraktivität.
»Wer seid Ihr? Und wo bin ich?«, entfuhr es mir fast ein wenig unfreundlich. Er stand auf und machte eine spöttische Verbeugung.
»Gestatten: Giles Montgomery, vierter Viscount Arlington. Und dies ist mein bescheidenes Heim.« Er wies auf die Räumlichkeiten. »Und mit wem habe ich das Vergnügen?«
Ich starrte ihn an. Seine amüsiert glitzernden Augen hatten einen faszinierenden Farbton. Einerseits erschienen sie nachtblau, andererseits schimmerten sie wie Opale. »Gemma«, antwortete ich langsam, »Gemma Winwood.« Unwillkürlich griff ich mir an den Hals. Meine Kehle brannte immer noch fürchterlich.
Das Gesicht des Viscounts verdüsterte sich plötzlich. »Hast du Durst?«, fragte er. Ich nickte matt, verwirrt von dem abrupten Stimmungswechsel. »Ich gebe dir etwas.« Er setzte sich auf den Bettrand und reichte mir einen schweren Silberbecher. Ich trank gierig daraus, wobei ich immer noch auf sein unergründliches Gesicht starrte. Die Flüssigkeit löschte auf köstliche Weise meinen brennenden Durst. Nachdem das stärkste Brennen gemildert war, setzte ich den Becher kurz ab, um neugierig nachzuschauen, welches Getränk mir so wohltuend Linderung verschafft hatte.
Ich erstarrte vor Entsetzen. Es war Blut. Ich trank Blut!
Mit einem heiseren Aufschrei schleuderte ich den Becher von mir, dessen tiefroter Inhalt sich über den schweren Teppich ergoss, und starrte den Viscount hasserfüllt an. »Was soll das?«, presste ich zwischen den Zähnen hervor. »Haltet Ihr das für witzig?«
Er sah mich mitfühlend an. »Es ist das, was du jetzt brauchst«, antwortete er ruhig.
Was sollte das nun wieder? Wie konnte ich Blut brauchen? Ich sah ihn misstrauisch an. Er seufzte und nahm behutsam meinen Arm hoch. Ich blickte darauf und sah die Vielzahl punktförmiger Doppelnarben. »Sie werden mit der Zeit blasser«, sagte Arlington leise. Ich starrte immer noch auf die Narben. Mir fielen die Schmerzen wieder ein. Das höllische Brennen. Der Peer mit den roten Augen und seine Begleiter.
Ich sah Arlington an. Sein gemeißeltes Gesicht. Der unergründliche Blick aus den nach wie vor schimmernden Augen. Keuchend stürzte ich aus dem Bett und fand mich vor der verschlossenen Tür wieder, nicht begreifend, wie ich in dem riesigen Raum so schnell hierhin gelangen konnte.
»Gemma!«, hörte ich die warme Stimme Arlingtons bittend hinter mir.
Gehetzt drehte ich mich um. »Ihr seid einer von denen!«, stieß ich hervor.
»Nein, das bin ich nicht!«, erwiderte er sanft, aber eindringlich.
»Warum schließt Ihr mich dann ein?«, fauchte ich.
»Um dich zu schützen.«
»Wovor?«
Er griff nach einem Handspiegel auf einer Kommode. »In erster Linie vor dir selbst«, antwortete er leise.
Ich blickte in den Spiegel. Ich kannte meine ebenmäßigen Züge, die mir nie sonderlich interessant vorgekommen waren, obgleich sie jetzt seltsamerweise feiner und erhabener schienen. Aber das war es nicht, was mich mit eisigem Grauen erfüllte. Es waren meine glutroten Augen, die mir in dem Spiegel entgegen starrten. Rot wie die Augen des Peers am Hafen.
Ich wartete. Wartete, dass die Ohnmacht mich wieder umfing und wie das schützende Dunkel der Nacht vor diesem Grauen bewahrte. Doch ich verlor das Bewusstsein nicht. Ich musste das Grauen ertragen.
»Was haben sie mit mir gemacht?«, fragte ich tonlos.
Arlington sah mich mit seinem unergründlichen Blick an. »Ich musste eingreifen«, erklärte er dann fast ebenso tonlos. »Es hätte dich sonst getötet.«
Hasserfüllt blickte ich ihn an. »Ihr wart das?«
Arlington sah mich ruhig an. Sein Blick schien fast um Verständnis zu bitten.
Ich hatte kein Verständnis. Ich fegte durch das Zimmer wie eine Furie, zerstörte jeden Gegenstand, jedes Möbelstück, das ich in die Finger bekam. Arlington sah mir ruhig dabei zu, der Verlust seiner Einrichtung schien ihn nicht zu kümmern. Dennoch lag eine leise Trauer in seinem Blick. Ich rüttelte und zerrte auch an der Tür, doch diese schien das Einzige zu sein, das ich nicht kaputtmachen konnte.
Schließlich drehte ich mich zu Arlington um. Ich hasste ihn, aber ich wollte auch mehr wissen, wollte das Unfassbare begreifen.
»Was ist mit mir geschehen?«, fragte ich mit gezwungen ruhiger Stimme.
Arlington erklärte es mir. Er erklärte mir, dass die Peers am Hafen Vampire waren, und dass es ihnen egal gewesen war, in welchem Zustand sie mich hinterließen. Er erklärte mir auch, dass er zwar von derselben Art wie die Peers war, nur dass er sich entschlossen hatte, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich erfuhr, dass nun auch ich zu derselben Art gehörte und entscheiden musste, welchen Weg ich einschlagen wollte.
Ich begriff, dass ich ohne die Intervention Arlingtons bereits tot wäre, vielleicht war ich es ja sowieso auf eine gewisse Art und Weise. Arlington machte mir auch begreiflich, dass die mir bevorstehende Entscheidung die Schwerste meines Lebens sein könnte und dass ich möglicherweise immer wieder mit ihr hadern würde. Ich ahnte, dass er recht hatte, denn ich verspürte erneut den brennenden Durst in meiner Kehle und es erfüllte mich mit Grauen, dass es der Durst nach Blut war.
Wieder loderte ein Schmerz in mir. Doch diesmal war er nicht körperlich. Ich wusste, dass sich jetzt alles ändern würde. Ich wusste auch, dass ich meine Zieheltern nie mehr wiedersehen würde. Doch ich wusste nicht, was mir alles bevorstand.

Arlington hielt mich auch in den nächsten Tagen in dem Zimmer gefangen. Mir war klar, dass er es tat, damit ich nicht zur Mörderin wurde. Dennoch hasste ich ihn dafür. Ich hasste ihn auch, weil er mich zu dem gemacht hatte, was ich war. Vielleicht wäre der Tod doch die bessere Alternative gewesen.
Arlington sorgte dafür, dass ich ständig Nachschub an Blut erhielt. Ich wusste mittlerweile, dass es Tierblut war. Es löschte zwar meinen Durst, dennoch kehrte das Brennen in der Kehle nach einiger Zeit immer wieder zurück. Ich fragte mich, ob das ewig so weitergehen sollte.

Doch wider Erwarten fühlte ich mich nach einigen Tagen ruhiger. Das Brennen in meiner Kehle war noch da, aber es beherrschte nicht mehr mein ganzes Denken. Auch mein Hass und meine Wut schienen sich ein wenig abgekühlt zu haben. Da mein Geist wieder etwas klarer wurde, fiel mir auf, dass es noch so viel gab, das ich wissen musste.
Arlington betrat den Raum und bemerkte meinen fragenden Blick. Er sah mich prüfend an.
»Es geht dir besser«, stellte er fest.
Ich nickte nur.
»Und du hast Fragen«, fügte er hinzu.
Ich nickte erneut.
Seinen Mund umspielte ein amüsiertes Lächeln und er machte es sich auf einem Lehnsessel bequem, den er nach meiner Zerstörungsorgie in das Zimmer gebracht hatte.
»Nun denn«, er machte eine einladende Geste und schlug die Beine übereinander, »was möchtest du wissen?«
Ich musterte ihn eine Weile lang. Dann begann ich:
»Wie kann ich meinen Durst stillen, ohne Menschen zu verletzen?«
»Du wirst Tiere jagen. Welches Wild du bevorzugst, wirst du schnell herausfinden.«
Ich sah ihn skeptisch an. »Ich habe kein Talent zum Jagen.«
Er blinzelte belustigt. »Jetzt schon.« Er wies auf das Schlachtfeld der zerstörten Einrichtung, das ich im Raum hinterlassen hatte und welches von ihm nur notdürftig aufgeräumt worden war.
»Wie werde ich Menschen widerstehen können?«, fragte ich.
Sein Gesicht wurde wieder ernst. »Keine Angst. Das werden wir trainieren.«
Ich schwieg.
»War das alles?«, fragte er forschend.
»Nein.« Ich zögerte. »Warum habt Ihr mich nicht im Hafen liegen lassen? Und warum helft Ihr mir?«
Arlington sah nachdenklich aus dem Fenster. Dann lächelte er mich spöttisch an. »Dein Tod wäre solch eine Verschwendung gewesen. Und ich hasse Verschwendung.«
Ich biss die Zähne zusammen. »Dann sagt mir noch eines«, knurrte ich, »kennt Ihr die Peers, die mir dies angetan haben?«
Er sah nachdenklich auf seine gepflegten Finger. »Ja.«
»Und wer sind sie? Wo finde ich sie?«
Er lächelte mich herablassend an. »Das muss dich nicht interessieren.«
»Ich will es aber wissen!«, fauchte ich und stürzte mich auf ihn.
Ich weiß nicht genau, was ich vorgehabt hatte, zumindest hatte ich nicht erwartet, mich auf dem Boden wiederzufinden, während der Viscount mit seinem Gewicht meine Arme und Beine festhielt.
»Das ist auch etwas, was wir trainieren müssen«, sagte er stirnrunzelnd, »dein Temperament zu zügeln.«
Triumphierend bemerkte ich, dass es ihm offenbar gewisse Mühe bereitete, mich in Schach zu halten.
Dann stellte ich fest, dass sein Gesicht nur ein paar Fingerbreit über meinem schwebte. Er hatte unverschämt lange Wimpern. Mein Widerstand erlahmte. Arlington bemerkte es und ließ mich los.
Verärgert stand ich auf. »Also?«, fragte ich.
»Also was?«, erwiderte Arlington, der auch wieder aufgestanden war.
»Wer sind diese Peers und wo finde ich sie?«
Arlington seufzte gelangweilt. »Nun, offen gestanden: Sie sind tot.«
Ich riss überrascht die Augen auf. »Alle?«
»Ja, alle.«
»Aber wie …? Habt Ihr sie getötet?«
Er sah mich kalt an. »Keine weiteren Fragen«, erwiderte er und verließ den Raum.

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Zeitgenossen – Kampf gegen die Sybarites Band II

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Prolog

Ich war eine Greisin. Zumindest dem Alter nach, denn seit meiner Geburt waren über 100 Jahre vergangen. Da ich jedoch mit 25 Jahren in eine Vampirin verwandelt wurde, sah man mir dies nicht an.
Der Vampir, der für meine Verwandlung verantwortlich war, hieß Giles. Ich hatte ihn zunächst für einen Feind gehalten und erst spät begriffen, dass er so gehandelt hatte, um mein Leben zu retten. Bald darauf hatten wir uns ineinander verliebt, was mich jedoch nicht davon abgehalten hatte, mich erneut mit ihm zu überwerfen. Mittlerweile wusste ich, dass ich Giles unrecht getan hatte, doch da hatte ich ihn bereits verloren.
Die Sybarites hingegen waren in der Tat meine Feinde. Für die Vampirsekte stand der Genuss menschlichen Blutes im Vordergrund und sie zelebrierten ihn auf die dekadenteste und abscheulichste Weise. Wer sich ihnen nicht anschließen wollte oder sich gar – wie meine Freunde und ich – nur von tierischem Blut ernährte, den verachteten und bekämpften sie.
Mein Plan, etwas gegen die grausamen Machenschaften der Sybarites zu unternehmen, hatte Giles und mich einst entzweit, doch ich war noch nicht so ganz bereit von dem Vorhaben abzulassen. Meine Freundin Maddy unterstützte mich dabei. In ihr hatte ich eine Gefährtin gefunden, auf die ich mich stets verlassen konnte, die mich aber dennoch auch sanft kritisierte, wenn es mal nötig war. Nachdem wir mit Francisco und Miguel zwei weitere Mitstreiter im Feldzug gegen die Sybarites aufgetan hatten, war es uns tatsächlich gelungen, uns als neue Mitglieder in die Sekte einzuschleusen. Zu diesem Zweck hatten Francisco und ich uns als Liebespaar ausgeben müssen und schon bald war aus dem Spiel Ernst geworden. Diese Affäre mit Francisco vereinfachte mein Gefühlsleben zwar nicht gerade, doch gab sie mir auch die Kraft, meine Maskerade vor den Sybarites aufrechtzuerhalten.
Jene Kraft hatte ich nicht zuletzt bei dem Festbankett benötigt, welches die Sybarites zu Ehren unserer Aufnahme in ihren Reihen veranstaltet hatten. Zu unserem Aufnahmeritual hatte es gehört, vor den Augen aller Mitglieder eine Jungfrau – unser sogenanntes Gastgeschenk – komplett auszusaugen. Und wenngleich es uns auch gelungen war, für diese Aufgabe zwar noch unberührte, aber dennoch keineswegs unschuldige Opfer aufzutreiben, so wussten wir gleichwohl, dass dies erst der Auftakt einer Reihe von Grausamkeiten mit unserer Beteiligung sein würde.

Bündnis

Am Morgen nach unserer Aufnahme bei den Sybarites besuchten uns Francisco und Miguel, um mit uns die Geschehnisse des Festbanketts zu besprechen.
»Sonderlich viele neue Informationen hat uns ja der gestrige Abend nicht unbedingt gebracht«, eröffnete ich das Gespräch.
»Hast du das erwartet?«, fragte Francisco überrascht. »Es war doch klar, dass wir zunächst einmal diese Aufnahmefeierlichkeiten über uns ergehen lassen mussten.«
»Ich weiß«, entgegnete ich missmutig. »Aber die ganze Verstellung angesichts dieser Abscheulichkeiten wäre mir ein wenig leichter gefallen, wenn wir wenigstens schon etwas mehr über die Organisation der Sybarites hätten erfahren können.«
»Immerhin sind wir ja alle morgen im Jardin du Luxembourg mit dem Marquis de Momboisse verabredet. Und er hat versprochen, uns alle ausführlich über die ›Freuden und Genüsse‹ der Sybarite-Mitgliedschaft zu unterrichten«, erklärte Maddy beschwichtigend.
»Richtig. Und da der Duc de Longueville ihn angewiesen hat, uns mit jeglicher Information, ›nach der es uns gelüstet‹, zu versorgen, können wir ihn mit unseren Fragen regelrecht löchern«, pflichtete Miguel ihr bei.
»Meinst du nicht, dass ihn das misstrauisch machen wird?«, gab Francisco zu bedenken.
»Nun, in deinem Fall vielleicht schon«, schaltete ich mich ein, »da du dich früher ja so oft dagegen gewehrt hast, ein Sybarit zu werden. Aber wenn Maddy und ich ihm wieder mit naiver Einfalt begegnen, wird er unsere Fragen für begeisterte Neugierde halten.«
Francisco sah mich ernst an. »Du weißt aber, dass dies wiederum viel Theaterspiel von dir verlangt?«, fragte er.
Ich seufzte resigniert. »Ich weiß. Aber uns allen war klar, dass wir jetzt auf lange Zeit sehr viel Theater spielen müssen.«
»Dann lasst uns besprechen, welche Informationen wir Momboisse entlocken wollen«, verkündete Miguel entschlossen. »Ich denke, zuallererst ist es wichtig, mehr über die Rangfolge und hierarchischen Strukturen der Organisation herauszufinden, nicht wahr? Wir wissen bereits, dass der Duc de Longueville Oberhaupt aller Sybarites weltweit ist und wir kennen Viscount Whitfield, der den englischen Sybarites vorsteht. Stellt sich die Frage, ob es noch einen separaten Anführer der französischen Sybarites gibt und welche Rolle der Marquis de Verneuil und der Comte de Trébuchon spielen? Und ob es noch andere hochrangige Mitglieder mit bestimmten Aufgaben gibt?«
»Ja, und wir sollte auch versuchen, mehr über ihre Wächter, die Mort-Vivants, herauszufinden«, fügte Maddy hinzu. »Wie viele von ihnen gibt es und wie mächtig sind sie?«
»Richtig. Darüber hinaus sind die Sybarites ja offenbar auch so gut organisiert, dass es wohl bestimmt noch weitere Helfershelfer gibt«, überlegte Francisco.
»Ich fand den Vertrag, den wir alle mit unserem Blut unterschreiben mussten, auch recht undurchsichtig«, stellte ich grübelnd fest. »Wir sollen den ›Interessen der Sybarites fortan oberste Priorität geben‹. Aber welche Interessen sind dies genau? Eigentlich geht es den Sybarites doch nur um das Vergnügen, oder? Wie weit gehen die ›Angelegenheiten und Unternehmungen‹, über die wir ›völliges Stillschweigen bewahren‹ sollen, nun wirklich?«
»Vermutest du, dass sie auch politische Ambitionen haben?«, fragte Francisco. »Das glaube ich nicht. Sie hätten ihre Macht sonst schon längst dahingehend missbrauchen können, haben aber nie dergleichen getan.«
»Vielleicht nicht, um offen über die Menschen zu regieren, da sie sich ihnen sowieso überlegen fühlen«, überlegte ich. »Aber vielleicht in der Form, dass sie sich ein politisches Klima sichern, dass es ihnen erlaubt, ihre Machenschaften ungestört zu verfolgen?«
Die drei sahen mich nachdenklich an.
»Gut möglich, dass du mit dieser Vermutung recht hast«, stimmte mir Miguel schließlich nach einer Weile zu. »Der Umstand, dass sie für ihre Veranstaltungen, Räumlichkeiten wie die Saint-Étienne-du-Mont nutzen können, deutet zumindest darauf hin, dass sie auch unter den Menschen hochrangige Handlanger haben. Keine Ahnung, ob sie sie durch Einschüchterung oder Bestechung dazu bringen, ihnen zu helfen.«
»Wir werden es herausfinden«, erklärte Francisco entschlossen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns mit dem Marquis de Momboisse im Jardin du Luxembourg. Der Jardin war ein großer, herrschaftlicher Schlosspark, den Maria von Medici vor vielen Jahren für ihr Landschloss hatte anlegen lassen. Er hatte große Baumbestände, zahlreiche Blumenrabatten und Wasserbecken und besaß dank der von der damaligen Schlossherrin angepflanzten Palmen auch ein gewisses italienisches Flair.
Wie immer nahezu euphorisch gestimmt kam Momboisse uns mit einem breiten Lächeln entgegen. »Ah, meine lieben Freunde! Nun, wie hat Ihnen unser bescheidenes Fest zu Ihren Ehren gefallen?«
Innerlich auf meine Rolle eingestimmt stieß ich ein albernes Kichern aus und stupste Momboisse neckisch in die Seite. »Bescheiden? Von wegen, Monsieur! Ich habe selten solch einer rauschenden Festivität beigewohnt.« Dann hakte ich mich bei ihm unter.
Momboisse lächelte geschmeichelt. »Sie alle haben sich aber auch auf das vortrefflichste in unsere Gemeinschaft eingefügt. Und Ihre Gastgeschenke waren geradezu exquisit! Wo haben Sie sie nur aufgetrieben?«
Derweil hakte sich Maddy auf seiner anderen Seite unter und lächelte ihn kokett an. »Das, mein teurer Monsieur de Momboisse, muss leider ein Geheimnis bleiben. Wir haben halt so unsere Quellen.«
Maddy und ich spannten unsere Sonnenschirmchen auf, dann spazierten wir mit Momboisse in unserer Mitte den Park entlang, rechts und links begleitet von Francisco und Miguel.
Momboisse gab sich bekümmert. »Schade, dass die Damen darüber schweigen wollen. Aber vielleicht können die Herren mir ein wenig mehr verraten?«, er neigte den Kopf zu Francisco. »Die Desmoiselles de Quignard waren ja ganz bezaubernde Geschöpfe«, fuhr er fort, ohne zu wissen, dass er für Mademoiselle Nymphéa genau dieselbe Bezeichnung wählte, wie sie selbst einst für die von ihr gequälten Kinder. »Erstaunlich, dass ich ihnen noch nie zuvor begegnet bin.«
»Dann seid Ihr offenbar noch nicht soviel herum gekommen wie wir«, antwortete Francisco ihm mit einem gespielt herzlichen Lächeln und log sodann: »Die Desmoiselles sind allerdings auch überaus behütet und zurückgezogen aufgewachsen.«
»Ich nehme an, dass Material dieser Güte einen ganz außergewöhnlichen Geschmack hatte?«, fragte Momboisse leicht neidisch.
»Ihr ahnt nicht annähernd, was dieser Genuss mir bedeutet hat«, antwortete Francisco mit blitzenden Zähnen.
»Monsieur de Momboisse, der Empfang war ein ganz außergewöhnliches Erlebnis für uns«, schaltete ich mich wieder in das Gespräch ein. »All diese kultivierten und hochrangigen Mitglieder! Und der Duc de Longueville ist ja eine beeindruckende Erscheinung! War er schon immer das Oberhaupt der Sybarites?«
»Soweit ich weiß, führt er unsere Organisation bereits seit dem 14. Jahrhundert«, überlegte Momboisse. »Die Oberhäupter davor hatten wohl kürzere Amtszeiten.«
»Was beendet denn die Amtszeit eines Oberhauptes?«, fragte Miguel.
»Eigentlich nur sein Tod. Dann tritt sein Nachfolger das Amt an«, erklärte Momboisse. »In dem äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass ein Oberhaupt selbst einmal gegen die Regeln der Sybarites verstößt oder sich als illoyal erweist, kann es auch abgewählt werden. Aber das ist in unserer Historie erst zweimal passiert.«
»Wie lange gibt es denn die Sybarites überhaupt?«, wollte daraufhin Maddy wissen.
Momboisse lächelte stolz. »Oh, bereits seit dem Jahr 38 vor Christi. Damals kamen griechische Vampire aus Sybaris nach Lutetia, dem antiken Paris, und gründeten dort die Organisation, um dem Vampirismus einen angemessenen Rahmen zu geben.«
»Oh, wie wundervoll, dass wir nun alle einer so altehrwürdigen Gemeinschaft angehören«, heuchelte ich Begeisterung. »Und wer wählt das Oberhaupt und seine Nachfolger aus?«
»Dies tun bei unseren Untergruppen in Frankreich, England, Spanien, der Republik Venedig, Polen-Litauen, dem Zarentum Russland, Brandenburg-Preußen und dem Erzherzogtum Österreich jeweils die Sybarites mit der längsten Mitgliedschaft. Aus ihnen setzt sich dann auch ein Gremium zusammen, das das weltweite Oberhaupt bestimmt.«
»Und in anderen Ländern gibt es keine Sybarites?« hakte Francisco nach.
»Wozu?«, antwortete Momboisse verächtlich mit einer Gegenfrage. »Was sollen die Sybarites bei den Barbaren?«
»Also sind der Marquis de Verneuil und der Comte de Trébuchon die Nachfolger des Ducs?«, fragte ich.
Momboisse nickte. »Richtig. Außerdem sind sie auch seine Stellvertreter. Der Marquis steht an zweiter Stelle und der Comte an dritter. Sobald ein Nachfolger nachrückt, bestimmt das Gremium den nächsten, damit immer zwei Nachfolger zur Verfügung stehen.«
»Und die anderen Mitglieder müssen gar nichts tun?«, schaltete Maddy sich mit naivem Lächeln ein. »Ruht die ganze Verantwortung nur auf den armen Oberhäuptern?«
Momboisse grinste sie amüsiert an. »Nun, als ›arm‹ würde ich sie deswegen nicht unbedingt bezeichnen. Aber dennoch erhalten sie natürlich etwas Unterstützung von Mitgliedern, die bestimmte Ämter bekleiden. Ich zum Beispiel …«, er verneigte sich bescheiden, »… bin ein Maître de Embauchage, das heißt, ich kümmere mich darum, neue würdige Mitglieder zu finden, wie beispielsweise die Mesdames und Messieurs. Für die Damen das sicherlich interessanteste Amt ist vermutlich das des Maître de Divertissement, bekleidet von dem Comte de Baissac. Er plant unsere geselligen Zusammenkünfte, denkt sich unterhaltsame Vergnügungen aus, treibt für diesen Zweck entsprechende Örtlichkeiten auf und organisiert alles nötige Material. Unser Maître de Sécurité überwacht die Sicherheit unserer Organisation, sorgt dafür, dass niemand seine Verpflichtung zur Diskretion missachtet und rekrutiert unsere zuverlässigen Wächter, die Mort-Vivants.«
»Sind das diese riesenhaften Gestalten, die uns zu unserem Empfang begleitet haben?«, fragte Maddys neugierig. »Warum heißen Sie Mort-Vivants?«
Momboisse beugte sich verschwörerisch zu ihr herüber. »Weil sie erst nach ihrem Tod in Vampire verwandelt wurden. Ihr müsstet sie einmal sehen, wenn sie ihre Kapuzen lüften: ein unappetitlicher Anblick, besonders, wenn der Verwesungsprozess zum Zeitpunkt ihrer Verwandlung schon ein wenig fortgeschritten war.«
Maddy heuchelte Verblüffung. »Erst nach ihrem Tod? Wie ist denn so etwas möglich? Und wie kommt es, dass sie den Sybarites so ergeben sind?«
Momboisse sah sie nachdenklich an. »Ihr scheint Euch ja sehr für unsere Wächter zu interessieren.«
Maddy kicherte verlegen. »Ich gebe zu, dass ich eine Schwäche für morbide Themen habe.«
Momboisse grinste. »Dann unterhaltet Ihr Euch am besten einmal mit dem Comte de Radisset. Er ist als Maître de Sécurité für die Mort-Vivants zuständig.«
»Der Comte de Baissac hat ja mit der Wahl des Ortes für unser Empfangsbankett einen unvergleichlichen Geschmack bewiesen«, brachte ich nun ein weiteres Thema zur Sprache. »Die Saint-Étienne-du-Mont lieferte einen ebenso raffinierten wie stilvollen Rahmen für diesen Abend. Der Comte muss ganz hervorragende Verbindungen haben.«
Erneut versuchte Momboisse vergeblich, seinen Stolz über das Lob zu verbergen. »Oh, die hat er auch«, antwortete er kichernd. »Aber natürlich ist es für die Sybarites ein Leichtes, nützliche Verbindungen zu hochrangigen Mitgliedern aus Politik und Klerus herzustellen. Welcher Mensch von Verstand wäre nicht entzückt, unserer erhabenen Rasse zu Diensten zu sein?«
»Selbstverständlich«, pflichtete ich ihm bei. »Aber läuft man bei den schwachen Menschen – erst recht, wenn man ihnen gestattet, Mensch zu bleiben – nicht Gefahr, dass sie irgendwann ihrem Hang zur Indiskretion anheimfallen?«
Momboisse tätschelte fürsorglich meine Hand. »Diese Gefahr braucht Ihr nicht zu befürchten. Unser Maître de Recrutement – in diesem Fall ist es eine Maîtresse, weil die Comtesse de Garandout dieses Amt ehrenvoll erfüllt – sorgt dafür, dass die Menschen, die uns zu Diensten sind, ihre Verpflichtungen sehr ernst nehmen. Besteht dennoch einmal der Verdacht auf eine Indiskretion, so wird diese Gefahr von ihr im Keim erstickt.«
Francisco zwang sich zu einem anerkennenden Lächeln. »Es klingt ganz so, als seien die Sybarites de Sang perfekt organisiert.«
»Jahrhundertelange Übung macht nun mal den Meister«, antwortete Momboisse grinsend.
Nun gab ich vor, ein wenig zappelig zu werden und schalt meine Mitstreiter. »Jetzt haben wir den armen Marquis wirklich genug mit Fragen gelöchert.« Dann wandte ich mich noch einmal aufgeregt an Momboisse. »Monsieur verratet mir doch, wann wir an der nächsten Veranstaltung teilnehmen dürfen? Wird es wieder ein Festbankett sein? Oder welche raffinierten Lustbarkeiten hat der Maître de Divertissement noch im Angebot?«
Momboisse lächelte mich strahlend an. »Ich dachte schon, Ihr würdet mich dies nie fragen Mademoiselle. Die Sybarites veranstalten 14-täglich Festbankette und 14-täglich Hetzjagden im Bois de Vincennes, also im wöchentlichen Wechsel jeweils ein Bankett und eine Hetzjagd.«
»Hetzjagden?«, fragte ich erstaunt.
Er zwinkerte mir vergnügt zu. »Natürlich, meine Liebe. Wir wollen unseren Mitgliedern doch das Vergnügen nicht nehmen, ihre Beute auch regelmäßig selbst erlegen zu können.«
»Aber ist das nicht viel zu auffällig?«, gab Miguel zu bedenken.
»Selbstverständlich nicht, teurer Freund! Es wird von uns immer alles tadellos vorbereitet und das Gelände entsprechend abgesichert.«
Momboisse wandte sich wieder mir zu. »Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch diverse andere Veranstaltungen wie zum Beispiel Orgien oder kleine Schaukämpfe. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und wir achten darauf, dass keines der Gelüste unserer Mitglieder unbefriedigt bleibt. In den nächsten Tagen wird Ihnen unser monatliches Programm ins Haus flattern.«
Maddy gab Momboisse in gespielter Herzlichkeit die Hand. »Monsieur, ich spreche mit Sicherheit für uns alle, wenn ich Euch sage, dass wir diesen Veranstaltungen mit großem Vergnügen entgegenblicken.«
Daraufhin verabschiedete sich Momboisse mit einem vergnügten Augenzwinkern von uns allen und versprach, uns für weitere Fragen jederzeit mit Rat und Tat beiseite zu stehen.
Francisco sah ihm nachdenklich hinterher. »Wenn er nicht so widerwärtig wäre, könnte man ihn glatt für sympathisch halten.«

Wie von Momboisse vorhergesagt, brachte uns am übernächsten Tag ein Bote das umfangreiche monatliche Veranstaltungsprogramm der Sybarites. Es enthielt die Termine und Örtlichkeiten für die von Momboisse erwähnten Festbankette und Hetzjagden sowie weitere Hinweise auf diverse Veranstaltungen, darunter verschiedene Orgien, Vorführungen und Ausflüge. In einem Begleitschreiben erläuterte Momboisse uns, dass die Teilnahme bei den meisten Veranstaltungsarten freiwillig war, abgesehen von den Levers und den Chambres Ardente.
Bei den Levers handelte es sich um Morgenempfänge des Duc de Longueville, die dieser einmal im Monat in seinen Privatgemächern abhielt. Hierbei hört er sich die Belange seiner Mitglieder an und traf wichtige Entscheidungen, während er seiner Morgentoilette nachging.
Die Chambres Ardente waren Gerichtsverhandlungen unter dem Vorsitz des Ducs, die abgehalten wurden, wenn ein Mitglied maßgeblich gegen die Regeln der Sybarites verstoßen hatte. Den Erläuterungen Momboisses zufolge fanden Verhandlung, Urteilsverkündung und Vollstreckung des Urteils im Rahmen einer einzigen Veranstaltung statt, für die für jedes Mitglied Anwesenheitspflicht bestand. So eine Verhandlung sollte laut Programm in zweieinhalb Wochen stattfinden.
Obwohl es uns nicht leicht fiel, vereinbarten wir mit Francisco und Miguel, zunächst keine der Veranstaltungen auszulassen, damit wir möglichst viel über die inneren Strukturen der Sybarites herausfinden konnten. Darüber hinaus sollte Francisco versuchen, sich mit der Comtesse de Garandout anzufreunden, um in Erfahrung zu bringen, welche Menschen alle in den Diensten der Sybarites standen, und Maddy beabsichtigte, über den Comte de Radisset mehr über die Mort-Vivants herauszufinden.
Es war wichtig für uns, zu erforschen, wie weit die Macht der Sybarites reichte und ob es mögliche Schwachstellen gab, die wir uns zunutze machen konnten.

Als Nächstes stand eine Hetzjagd im Bois de Vincennes auf dem Programm. Allem Anschein nach arbeitete der Marquis de Sourches, der als Schlossvogt den Gardes de la Prévôté vorstand und somit die Oberaufsicht über die königlichen Residenzen und Gärten hatte, auch für die Sybarites. Folglich bereitete es dem Maître de Divertissement keinerlei Schwierigkeiten, das Waldgebiet des Bois für die vierzehntäglichen Hetzjagden abriegeln zu lassen.
Wir trafen uns um Mitternacht mit den anderen Mitgliedern auf einer kleinen Lichtung, auf der der Comte de Baissac ein paar Fackeln hatte installieren und für die etwas müßigeren Teilnehmer ein paar Sessel, Chaiselongues und andere Sitzgelegenheiten hatte aufstellen lassen. Gemächlich schlenderten wir von Gruppe zu Gruppe, um andere Mitglieder zu begrüßen, deren Bekanntschaft wir schon geschlossen hatten.
Fast hätte man meinen können, dass es sich um eine zwanglose Soiree in stimmungsvollem Ambiente und nicht um ein blutrünstiges Jagdvergnügen gehandelt hätte.
Unterdessen wurde ein großer Käfig herangekarrt, in dem etwa drei Dutzend junge Männer und Frauen eingepfercht waren und sich mit schreckverzerrten Gesichtern umschauten.
Ich ließ meinen Blick über die anwesenden Mitglieder streifen, die die Ankunft des Käfigs mit beifälligem Gemurmel begrüßten. Als ich ein Stück weiter eine kleine Gruppe erblickte, in der ein Mann von vier Frauen umringt in amüsantes Geplauder vertieft war, erstarrte ich.
Der Mann war äußerst aufgetakelt, trug eine affektierte, stark gepuderte Perücke, sowie ein Lorgnon und hatte – wenn mich nicht alles täuschte – sogar ein wenig Rouge benutzt.
Dennoch bestand nicht der geringste Zweifel daran, dass es sich um Giles handelte.
Maddy bemerkte, dass ich mich abrupt versteifte, und beugte sich besorgt zu mir herüber. »Was ist los?«, flüsterte sie.
»Dort ist Giles!«, presste ich zwischen den Zähnen hervor. Ich fühlte mich wie gelähmt.
Francisco merkte ebenfalls, dass etwas mit mir nicht stimmte, und legte schützend einen Arm um mich. Dann sah er sich stirnrunzelnd um. Ich hatte ihm nie von Giles erzählt.
Mittlerweile schien Giles meinen Blick gespürt zu haben und blickte in meine Richtung. Für einen Augenblick schien er kurz innezuhalten, dann beugte er sich schmunzelnd zu der Dame zu seiner Linken herüber und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
Ich erkannte die Dame als Marquise d’Elineau, die uns bei unserer Aufnahmefeier vorgestellt worden war. Sie sah jetzt ebenfalls zu uns herüber, lächelte freundlich und führte Giles in unsere Richtung.
»Sie kommen hier her!«, flüsterte ich entsetzt.
»Du schaffst das«, beruhigte Maddy mich. »Wir sind alle hier.«

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Zeitgenossen – Pakt mit den Rittern des Dan Band III

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Leseprobe

Prolog

Manchmal warf ich mir selbst eine gewisse Sorglosigkeit vor. Eine Sorglosigkeit gegenüber dem Faktor Zeit, der für einen Sterblichen doch so wichtig war. Nun gut, als Vampirin war ich natürlich unsterblich. Zumindest beinahe, denn ein paar Dinge gab es doch, die uns Vampire verletzen oder gar töten konnten. Zwar stagnierte unser biologisches Alter ab dem Moment unserer Verwandlung, wir waren gegen Krankheiten immun und unsere Selbstheilungskräfte ließen nahezu jede Verwundung in kürzester Zeit heilen.
Jedoch konnte uns ein starker Gegner, beispielsweise ein anderer Vampir, im Kampf durch eine Enthauptung töten und auch gegen Feuer waren wir keineswegs gefeit. Verwundungen, die uns durch Waffen oder Munition aus Silber zugefügt wurden, blockierten unsere Selbstheilungskräfte – dadurch wurde Silber zu einem mächtigen Instrument für unsere Feinde.
Die grausamste Art, einen Vampir umzubringen, war allerdings der Biss eines Mort-Vivants, da jener Biss einen Vampir in Sekundenschnelle altern und zu Staub zerfallen ließ. Mort-Vivants waren Kreaturen, die erst nach ihrem Tod in Vampire verwandelt wurden. Wie genau diese Verwandlung funktionierte, haben meine Freunde und ich jedoch leider noch nicht herausfinden können. Unglückseligerweise besaßen die Sybarites, eine mächtige und grausame Vampirsekte, die wir uns zum Feind gemacht hatten, Kenntnis über das Geheimnis jener Verwandlung. Zumindest wussten ein paar hochrangige Mitglieder der Sybarites, wie man einen Mort-Vivant erschafft.
Dafür wussten leider wiederum die Ritter des Dan, wie gefährlich Silber für uns Vampire werden konnte. Die Ritter des Dan waren ein Geheimbund von Vampirjägern, dessen Ziel es zu sein schien, alle Vampire komplett zu vernichten. Sie waren menschlich und besaßen erstaunlich gute Kenntnisse über uns, deren Ursprung wir uns bislang noch nicht erklären konnten.

Angesichts solch mächtiger Feinde war es gut, dass ich gleichfalls einige langjährige und enge Freunde hatte. Einige von ihnen kannte ich inzwischen schon ein paar Jahrhunderte lang, gemeinsam mit mir hatten sie Freud und Leid, ebenso wie manches Abenteuer erlebt – das hatte die Bande zwischen uns natürlich gefestigt.
Einer der wichtigsten Freunde war beispielsweise Giles. Er hatte mich damals in eine Vampirin verwandelt, um mein Leben zu retten, als ein paar Sybarites mich überfallen und fast getötet hatten. Meine Beziehung zu Giles war nicht unproblematisch, denn ich liebte ihn und war ihm möglicherweise auch nicht ganz gleichgültig – dennoch gab es immer wieder große Differenzen zwischen uns, die uns dazu brachten, eine Zeitlang getrennte Wege zu gehen.
In solchen Phasen suchte ich gerne das Gespräch mit meiner Freundin Maddy. Sie hatte mir als Vampirin schon ein paar Jahrhunderte voraus und unterstützte mich nicht selten durch weise Ratschläge. Francisco und Miguel waren weitere wichtige Gefährten, die uns seinerzeit im Kampf gegen die Sybarites zur Seite standen. Francisco und ich hatten damals eine kurze Affäre, da ich Giles in jener Zeit verloren wähnte. Miguel wiederum hatte sich zu dieser Zeit in Maddy verliebt und sie sich ebenso in ihn. Die beiden führten inzwischen schon seit über einem Jahrhundert eine harmonische und beneidenswerte Beziehung.
Meine vergleichsweise jüngste Freundschaft bestand mit Fergus, denn wir kannten uns erst ein paar Jahrzehnte. Fergus hatte ich über Giles kennengelernt, und seitdem ich erkannt hatte, dass er trotz seiner übermütigen Scherze ein aufrichtiger und zuverlässiger Freund war, verstanden wir uns blendend. Fergus war zudem der erste Gestaltwandler, den ich kennenlernen durfte, und die Tatsache, dass er sich bei Bedarf in einen Gerfalken verwandeln konnte, machte seine Gesellschaft immer wieder zu einem Erlebnis.

Alle jene Freunde waren ebenso wie ich Vampire. Ich hatte auch menschliche Freunde gehabt und bei vielen von ihnen ihren Tod miterleben müssen, was jedes Mal eine schmerzvolle Erfahrung für mich gewesen war. Im Beisein meiner Vampir-Freunde hingegen vergaß ich meine eigene Unsterblichkeit und Alterslosigkeit schon hin und wieder, da sie ja ebenso wenig alterten wie ich.
Und genau darin bestand meine eingangs erwähnte gelegentliche Sorglosigkeit. Erst kürzlich war mir wieder bewusst geworden, dass ich mich bereits sehr lange an ein und demselben Ort aufhielt und meinem Umfeld – insbesondere meinen menschlichen Freunden – langsam auffallen musste, dass ich gar nicht alterte. Der Ort war in diesem Fall meine geliebte Heimatstadt London und ich war daher mal wieder genötigt, ihn für eine Weile zu verlassen. Da Giles auf unbestimmte Zeit nach Indonesien aufgebrochen war, fiel mir dies gleichwohl nur bedingt schwer.
Wir schrieben das Jahr 1840 und ich hatte mich entschlossen, Maddy und Miguel zu besuchen, die derzeit auf Mallorca weilten. Kurz vor meiner Abreise hatte ich erfahren, dass Francisco inzwischen ebenfalls dort lebte, und war ein wenig besorgt, wie ich ihm gegenübertreten sollte. Wir hatten uns nach unserer Affäre nie ausgesprochen und damals war mir auch noch nicht klar gewesen, dass meine Gefühle für ihn nie mit denen für Giles konkurrieren konnten. Trotzdem freute ich mich darauf, Francisco wiederzutreffen und hoffte, dass wir einander immer noch als Freunde in die Augen blicken würden.

Nachdenklich

Die Sonne stand weit oben am Himmel, als mein Segelschiff in den Hafen von Palma de Mallorca einlief. Die mächtige Kathedrale La Seu dominierte den Anblick der Stadt, da sie alle umliegenden Gebäude, selbst den benachbarten Almudaina-Palast, hoch überragte.
Maddy und Miguel warteten am Hafen auf mich. Miguel lächelte freundlich und Maddy grinste so freudestrahlend und fröhlich von einem Ohr zum anderen, dass ich ebenfalls mit einem Schlag gute Laune bekam.
Kaum hatte das Schiff angelegt, liefen wir aufeinander zu und umarmten uns. »Könnt ihr hellsehen?«, fragte ich die beiden lachend. »Wie konntet ihr wissen, dass das Schiff genau jetzt eintrifft? Oder habt ihr etwa die ganze Zeit am Hafen gewartet?«
»Das war gar nicht nötig!«, erklärte Maddy verschmitzt und wies auf ein paar Türme und Dächer, die rechts hinter der Kathedrale auszumachen waren. »Du kannst unseren Stadtpalast von hier aus sehen. Naja, zumindest den kleinen Aussichtsturm davon. Javier, einer unserer Diener, hatte die Order, von dort aus regelmäßig nach deinem Schiff Ausschau zu halten. Daher war es für uns ein Leichtes, rechtzeitig hier zu sein!«

So beharrlich und heiß die Sonne auch vom Himmel schien, das Gewirr der engen Gassen, das wir hinter der Kathedrale auf dem Weg zu Maddys und Miguels Haus durchschritten, durchdrang sie nicht. Die vielen großen und imposanten Stadtpaläste standen so dicht beieinander, dass sie sich gegenseitig Schatten spendeten. Als ich nach oben blickte, erschienen mir manche der Häuser so eng gebaut, dass die Bewohner zweier gegenüberliegender Paläste sich von ihren kleinen Balkonen aus die Hände hätten reichen können.
»Diese Bauweise sorgt sicherlich für wohltuende Kühle«, fragte ich Maddy interessiert, »aber ist es dadurch auf Dauer nicht ein wenig finster? Das Tageslicht wird ja fast schon komplett ausgeschlossen.«
»Das Licht hält sich an einem anderen Ort versteckt«, antwortete Maddy mit einem geheimnisvollen Lächeln. »Du wirst es gleich sehen.« Mit diesen Worten deutete sie auf die schwere Holztür eines weiteren wunderschönen Palastes, die Miguel nun aufschloss. Wir durchschritten einen breiten Gang und standen im nächsten Moment in einem riesigen, lichtdurchfluteten Innenhof, der von ionischen Marmorsäulen und barocken Rundbögen eingefasst war. In der Mitte des Innenhofes stand ein wundervoller alter Steinbrunnen, drum herum waren diverse massive Tontöpfe mit Palmen und Agaven aufgestellt und von der Galerie in der ersten Etage wucherten ringsum üppige gelbe und magentafarbene Bougainvilleas in den Hof herunter. Zwei große gegenüberliegende Freitreppen führten die Galerie hinauf und an einer Seite entdeckte ich ein breites schmiedeeisernes Gitter, das auf eine Seitengasse hinausführte und offenbar für die Einfahrt von Kutschen gedacht war.
»Fast alle großen Häuser hier haben diese Innenhöfe«, erklärte Maddy, als sie meinen begeisterten Blick bemerkte, »sie ermöglichen es den Einwohnern, im Freien zu sein und dennoch etwas Privatsphäre zu wahren.«
Doch war der Innenhof nicht das einzig Eindrucksvolle an dem Anwesen von Maddy und Miguel. Es hatte zudem sehr viele bezaubernde und von den beiden sehr behaglich eingerichtete Zimmer und bot Maddy darüber hinaus ausreichend Platz für ein riesiges und umfassend ausgestattetes Laboratorium. »Auf Mallorca wächst eine faszinierende Vielfalt besonderer Kräuter und Pflanzen«, schwärmte sie begeistert. »Ich habe bei weitem noch nicht alle erkunden und untersuchen können. Allerdings ist jetzt in der heißen Jahreszeit natürlich bereits vieles davon verblüht. Aber da du ja hoffentlich erstmal ein Weilchen bei uns bleiben wirst, wirst du noch in den Genuss kommen, die üppige Blütenpracht hier im Frühjahr zu bewundern. Die Mandelblüte zum Beispiel beginnt oft schon im Februar und ihr Anblick erwärmt einem einfach das Herz.«
Maddys Worte hatten mir einen Aspekt meines Aufenthaltes hier ins Gedächtnis gerufen, der mich noch ein wenig verunsicherte. »Ich bin noch nicht ganz sicher, wie lange ich hier bleiben werde«, entgegnete ich zögernd. »Denkst du, dass meine Anwesenheit hier jedermann recht ist?«
Maddy sah mich zunächst verblüfft an. Dann begriff sie, worauf ich anspielte. »Du meinst Francisco? Naja, du weißt, dass er sein Herz nicht gerade auf der Zunge trägt, aber als er von Miguel erfuhr, dass du uns hier besuchen wirst, schien er ernsthaft erfreut zu sein.«
Skeptisch sah ich sie an. »Er weiß sicherlich inzwischen, dass ich all die Jahre mit Giles zusammengelebt habe?«, fragte ich.
Maddy nickte. »Natürlich hat er Miguel gefragt, wie es dir in der Zwischenzeit so ergangen ist. Und Miguel hat es ihm erzählt. Daher weiß er auch, dass Giles und du im Moment gerade wieder getrennte Wege gehen. Ich hoffe, dass macht dir nichts aus?« Sie sah mich unsicher an.
»Nein, selbstverständlich nicht.« Ich schüttelte den Kopf. »Sonst hätte Miguel ihn ja anlügen müssen. Glaubst du, dass er sich möglicherweise noch Hoffnungen auf mich macht?«
Maddy zuckte mit den Schultern. »Eigentlich wirkte er ziemlich entspannt. Er schien weder einen Groll gegen dich zu hegen, noch schien ihn deine bevorstehende Ankunft sonderlich aufzuwühlen. Aber das würde er sich vermutlich andererseits kaum anmerken lassen.«
Ich nickte zögernd. »Ich werde es wohl einfach drauf ankommen lassen müssen, wenn wir uns wiederbegegnen. Lebt er denn hier in der Nähe?«
»Er hat ein Stadthaus hier in Palma, etwas kleiner als unseres«, antwortete Maddy, »aber die meiste Zeit verbringt er in Sóller, wo er eine wunderschöne Finca und eine riesige Orangenplantage besitzt.«
Ich sah Maddy erstaunt an. »Francisco baut Orangen an?«
Maddy schmunzelte über meine Überraschung. »Ja. Allem Anschein nach hat er wohl ziemlich turbulente Zeiten erlebt, darum war es ihm ganz recht, mal ein paar ruhigere Jahre zu verbringen. Aber das soll er dir lieber alles selbst erzählen. Wenn du einverstanden bist, machen wir morgen einen Ausflug nach Sóller und besuchen ihn dort?«
Entschlossen reckte ich mein Kinn in die Höhe. »Gerne! Man soll sich seinen Herausforderungen stellen!«
Maddy kicherte. »Gemma, du hast schon in so vielen Situationen unerschrockenen Mut bewiesen. Nur, wenn es um Gefühle geht, bist du ein Hasenfuß.«
Gespielt beleidigt streckte ich ihr die Zunge heraus. Dann brachen wir beide in Lachen aus.

 

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